Schmetterlings - Zitate
Am Ende meines Weges stehe ich vor einem trennenden Tal.
Wie werde ich hinüber kommen?
Ich werde mich niedersetzen und nicht weiterwissen.
Ein Schmetterling wird kommen und über das Tal flattern,
und ich werde wünschen, ein Schmetterling zu sein.
Eine Blume wird leuchten, jenseits des Tals,
und ich werde wünschen, diese Blume zu sein.
Eine Wolke wird am Himmel hinüber ziehen,
und ich werde eine Wolke sein wollen.
Ich werde mich selbst vergessen.
Dann wird mein Herz leicht werden
wie ein Schmetterlingsflügel,
zart wie eine Margerite,
durchsichtig wie der Himmel.
Und wenn ich dann aufblicke,
wird das Tal ein kleiner Sprung sein
zwischen Zeit und Ewigkeit. (nach einer indianischen Weisheit)
Wenn ich verhindern kann, dass ein einziges Herz bricht,
habe ich nicht umsonst gelebt;
wenn ich einem einzigen Leben Trost spenden
oder einen einzigen Schmerz lindern
oder einem einzigen schwachen Schmetterling
wieder zum Fliegen verhelfen kann,
habe ich nicht umsonst gelebt. (nach Elisabeth Kübler-Ross)
Wer Schmetterlinge lachen hört - ein Märchen
Es war im dritten Jahrhundert vor Christus, als König Tsao seinen Sohn Prinz Tai zum Tempel schickte, um bei dem großen Meister Pan Ku in die Lehre zu gehen. Ihm war aufgegeben, den Jungen alles zu lehren, um später ein guter Herrscher zu sein. So schickte der Meister den Jungen allein in den Wald. Nach einem Jahr sollte der Prinz zurückkommen und den Klang des Waldes beschreiben. Zurückgekehrt, wurde der Prinz von Pan Ku aufgefordert, alles zu beschreiben, was er gehört hatte.
"Meister", antwortete der Prinz, "ich konnte hören, wie der Kuckuck ruft, die Blätter rauschen, die Grillen zirpen, das Gras weht, die Bienen summen und der Wind flüstert und tobt." Als der Prinz geendet hatte, schickte ihn der Meister erneut in den Wald, um noch mehr zu erlauschen. Tag für Tag und Nacht für Nacht war der junge Prinz allein im Wald und lauschte. Eines Morgens jedoch saß der Prinz still unter den Bäumen und plötzlich drangen ganz schwache Laute zu ihm, wie er sie zuvor nie gehört hatte.
Beim Tempel wieder angekommen, wurde er vom Meister gefragt, was er noch gehört habe. "Meister", antwortete ihm der Prinz ehrfürchtig, "als ich ganz genau lauschte, konnte ich vorher nie Gehörtes hören: Die sich öffnenden Blumenblüten, den Klang der Sonne, die die Erde wärmt, und den Klang des Grases, das den Morgentau trinkt. Ich konnte Schmetterlinge lachen hören."
Der Meister nickte anerkennend. "Das Unhörbare zu hören", bemerkte Pan Ku, "ist als Fähigkeit bei einem guten Herrscher unabdingbar, um die wahren Bedürfnisse seines Volkes zu erfüllen. Der Niedergang von Kulturen beginnt, wenn die Führer nur auf flüchtige Worte hören und sich nicht in die Seelen der Menschen hineinversetzen, um ihre wahren Bedürfnisse und Gefühle herauszuhören."
Und wie ist es bei uns?
Hören unsere Entscheider(innen) die Schmetterlinge lachen?
Hört unsere Gesellschaft die Schmetterlinge lachen?
Wir wünschen es uns so sehr . . . dann können endlich mehr sterbende Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Väter und Mütter in unserer Gesellschaft in Geborgenheit, Achtsamkeit und Würde Abschied nehmen.